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Studienreise ins Kokeltal

Am Samstag, den 1. Juli 2017 haben wir uns, sechs Jugendliche aus Heltau, vorgenommen eine kleine Studienreise zu unternehmen. Der Zweck dieser Reise war Informationen über den aktuellen Stand der Kirchenburgen und Gemeinden in Abtsdorf( Țapu), Feigendorf (Micăsasa), Schönau (Șona), Bulkesch (Bălcaciu), Betelsdorf (Sânmiclăuș), Seiden (Jidvei), Michelsdorf(Veseuș) und Taterloch(Tătârlaua,) zu sammeln.

Wir sind ganz früh mit dem Gotteswagen (der rote Bus der Gemeinde) aufgebrochen, damit wir Zeit haben alle Ortschaften zu besuchen. Unser erster Halt war in Abtsdorf, ein kleines Dorf in der Gemeinde Feigendorf, Kreis Hermannstadt. Nach einer kurzen Frühstückspause trafen wir Herrn Hihn, der uns hinauf auf die Kirchenburg begleitet hat. Herr Hihn ist einer der wenigen ausgewanderten Siebenbürger Sachsen, die noch in Abtsdorf leben, aber nur ab dem Frühjahr bis in den Herbst. Den Winter verbringt er in Deutschland zusammen mit seinen Kindern. Dauerhaft leben in Abtsdorf nur noch zwei Sachsen. Von ihm haben wir erfahren, dass die evangelische Kirche im 14. Jahrhundert errichtet wurde und erst im 16. Jahrhundert zu einer Kirchenburg mit einer ovalen, hohen Wehrmauer ausgebaut wurde, die heute unter Denkmalschutz steht. Während Herr Hihn mit uns durch die Kirchenburg bummelte, began er mit einer herzreißender Traurigkeit und Nostalgie von den Zeiten zu erzählen, wo die Kirche voll von Jugendlichen und deren Familien war und wie schwer es heute ist die Kirchenburg und ihre Sitten zu erhalten. Mit Hilfe der Heimatortsgemeinschaft haben sie es geschafft 2010 den Torturm zu renovieren.

Unser nächster Halt war in Feigendorf, wo wir die ehemalige evangelische Kirche besucht haben, die unter Denkmalschutz steht. Heute benutzen die römisch-katholischen Gläubigen den Chorraum und die Reformierten den Saal der Kirche. Von einem römisch-katholischen Gemeindemitglied haben wir erfahren, dass es für sie auch schwer ist ihre Kirche zu erhalten, weil die Gemeinde ständig schrumpft. In Feigendorf hatte der Gouverneur von Siebenbürgen, Samuel von Brukenthal ein Weingut, welches sich heute leider in einem sehr schlechten Zustand befindet, obwohl es unter Denkmalschutz steht.

Unser Weg führte auch durch Schönau, wo wir leider die Kirche nur von Außen betrachten konnten.

Im Zwischenkokelgebiet, in einem südlichen Teil der Kleinen Kokel befindet sich das Dorf Bulkesch. Hier begegnete uns Herr Kurator Friedrich Zikeli, der sich über unseren Besuch sehr gefreut hat. Die Kirchenburg befindet sich in einem sehr guten Zustand, da sie durch Spenden und Unterstützung der Heimatortsgemeinschaft renoviert wurde. Sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Auf unserem Weg nach Seiden, haben wir den Landsitz Alexius und Georgius Bethlen besichtigt. Das Gebäude ist representativ für die Spät-Renaissance. Es wurde nach den Plänen von Miklos Bethlen auf zwei Ebenen gebaut. Die Südfassade ist besonders ausdrucksvoll, da sie eine doppelte Loggia enthält.

An der Kreisstraße, etwa zwanzig Kilometer nordöstlich von Blasendorf, liegt die Gemeinde Seiden. Das Dorf befindet sich in einer der bekanntesten Weingegenden Siebenbürgens. Von Frau Johanna Stoia haben wir erfahren, dass es Hinweise gibt, dass hier zur Zeit der Daker Wein angebaut wurde, aber die Siebenbürger Sachsen waren diejenigen die die Silbertrauben zu Goldtrauben veredelt haben. In der Kirche wird noch regelmäßig Gottesdienst gefeiert.

Eine traurige Ansicht fanden wir bei unserem nächsten Halt, bei der evangelischen Kirche in Michelsdorf an der Kokel. . Obwohl die Kirche, als auch der Glockenturm unter Denkmalschutz stehen, ist der Chorraum der Kirche eingestürzt und die Kirche leer. Einst war sie ein geistiges Zentrum der Gemeinde, heute beherbergt sie eine Hündin und ihre Welppen.

Unsere Herzen wurden durch gute Nachrrichten in dem Dorf Taterloch, aus der Gemeinde Kokelburg, getröstet. Die evangelische Kirche als auch das Pfarrhaus werden renoviert. Die Dächer der beiden Gebäude wurden schon neu gemacht und es folgen Arbeiten im Innen- und Außenraum der Kirche. Im Inneren wurden Reste von vorreformatischen Fresken gefunden, die den Heiligen Christophorus darstellen. Leider konnten wir den Alter nicht bewundern, da er sich bis im September in Neumarkt am Mieresch befindet. Dort wird der Altar restauriert. Von einem Gemeindemitglied wissen wir, dass die Gemeinde um die 15 Sachsen zählt.

Hoffnungsvoll beendeten wir unseren informationsreichen und spannenden Tag.

Einen herzlichen Dank an Bogdan Muntean, der diese Fahrt organisiert hat.

Text: Zîmța Andreea
Datum: 17.07.2017